Ernährung

Ernährung - Mangel trotz Überfluss

„Mehr des Guten“ ist nicht gleich „alles besser“ - essen wir uns krank?

In unserem Leben, wie auch in unserem Körper, geht es in vielen Bereichen und Funktionskreisläufen um deren Balance und Ausgeglichenheit. Das paarweise Auftreten verschiedener Organe (z.B. Augen, Ohren, Lungen, Nieren, Hoden etc.), die deutliche Zweiteilung verschiedener Systeme und Organe (z.B.  Gehirn, Herz, intrazellulär/extrazellulär etc.), bilden körperlich vielfach ab, wie wichtig es für unseren Körper ist, die Balance herbei zu führen und zu bewahren. Eine Unterversorgung mit den wichtigsten Bausteinen, wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Fettsäuren, lässt den Körper seine Aufgaben immer weniger gut erfüllen. Viele Kreisläufe und Systeme im Körper sind derart verändert und irritiert, sodass sie diese nicht mehr im vollen Umfang oder mit der vom Körper benötigten vollen Funktionalität, ausführen werden können.

Situation eines gesunden Körpers?

Viele Studien zeichnen ein immer deutlicheres Bild der aktuellen Gesundheitssituation. Dazu ein Beispiel: mit steigender Geschwindigkeit und in damit in Verbindung stehender eskalierender Krankheitshäufigkeit, wird unsere Gesellschaft immer korpulenter, bereits in den jüngsten Jahrgängen beginnend.

Im Jahr 1980 wogen weltweit rund 860 Millionen Menschen zu viel, im Jahr 2012 waren es bereits 2,1 Milliarden Menschen. Damit ist bereits ein Drittel der Weltbevölkerung von einem zu hohen Körpergewicht betroffen. Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind. Weltweit kam es in dieser Gruppe in den vergangenen 33 Jahren zu einem Anstieg von 47 Prozent. Bei den Erwachsenen lag der Anstieg mit 28 Prozent deutlich niedriger.

Quo vadis Volkswirtschaft?
Der volkswirtschaftliche Schaden der sich aus dieser Situation in Zukunft abzeichnen wird, ist mit den bisher angewandten Methoden nicht einzudämmen. Die Zunahme geburtenschwacher Jahrgänge, die immer mehr an Übergewicht leiden und immer kränker werden, stellen die Pensions- und Vorsorgemodelle der Gegenwart für die Zukunft absolut in Frage. Ebenso wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Weltbevölkerung mit ihren gegenwärtigen Bedürfnissen weiter ernährt werden kann, wenn Energie und Land weiterhin sinnentleert verschwendet werden oder unsere Umwelt weiterhin vergiftet wird. Mit der Einstellung und dem Glauben, dass Fleisch und tierische Nahrungsmittel eine sinnvolle Ernährung darstellen, werden wir es in keinem Fall schaffen. Zuchttierhaltung und exzessive Landwirtschaft verbrauchen viel zu viel Boden, der nachfolgenden Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Unsere Ozeane werden leergefischt, um Ernährungsgewohnheiten am Laufen zu halten, die schlussendlich unsere Umwelt wie auch unsere Körper zerstören.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass viele sogenannte "moderne" und "zivilisatorische" Beschwerden wie Burn-out, Stoffwechselentgleisungen, Depressionen, neurologische Defizite und Infertilität, die natürliche Folge einer permanenten kalorischen Überversorgung bei gleichzeitiger Nährstoffunterversorgung sind. Es mangelt uns nicht an Energiezufuhr, denn Fett und Zucker werden meist im Übermaß konsumiert. Der Mangel in unserer Ernährung zeigt sich in seiner geringen Nährstoffdichte. Die Überversorgung mit Energieträgern wie Zucker, Fett, Protein oder Alkohol, bürdet dem menschlichen Organismus eine physiologische Überbelastung auf, die allerdings bereits schon durch eine gesündere Lebensgestaltung verbessert werden könnte.

Besteck versus Vernunft
Messer und Gabel sind das neuzeitliche "Yin und Yang" der Wohlfühl- und Konsumgesellschaft geworden, die Maßlosigkeit hat Fuß gefasst. Die Effekte der permanenten Überversorgung mit denaturierten Nahrungsbestandteilen erzeugen eine Fehlprogrammierung des menschlichen Körpersystems bis tief in seine Gene. Die deutliche Zunahme an geschwächten Körpersystemen verschiedenster Art (z.B. bei Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Entzündungen, chronische Erkrankungen, etc.), zeichnen ein interessantes Bild, das sich schon in wenigen Generationen mit einer besonderen Mutationshäufigkeit widerspiegeln wird.